Statement Ernst Leuenberger
Privatwirtschaftliche Führungsmodelle-demokratieverträglich?
Es ist nicht zu bestreiten, dass öffentliche Gemeinwesen – kleinere Gemeinden insbesondere – erheblichen Mangel an Milizführungspersonal zu beklagen haben. Das hängt mit starken beruflichen Belastungen zusammen, aber auch mit der sprichwörtlichen Exponiertheit der Führungspersonen im öffentlichen Bereich. Dass in dieser Situation Milizpositionen durch professionelle Stellen abgelöst werden scheint eine allgemeine Erscheinung zu sein, die zwar etwas kostet, aber die Aufgabenerfüllung sicherstellt. Ob ein Gemeinwesen einen CEO braucht, ja verträgt, ist nun allerdings eine ganz andere Frage: Nach Schweizer Lesart funktionieren die Exekutiven als Kollegialbehörden. Daraus schliesse ich, dass auch bei der Umsetzung von Beschlüssen nicht eine/r allein entscheiden wird, sondern nach Bedarf das Kollegium konsultiert. Wichtig wird das immer dann, wenn vorerst umstrittene Entscheide umzusetzen sind. Ich denke, dass eher ein Ressortsystem weiterhilft und dann eine Gemeindegrösse, welche die Anstellung eines Minimums an Professionalität erlaubt auf Verwaltungsebene. Der politische CEO ist dafür nicht erforderlich und auch nicht demokratisch.


