Ressourcen
SKR: Open Source Betriebssysteme sind oft viel weniger ressourcenlastig als ihre proprietären Äquivalente, sodass sie auch mit älterer Hardware «flüssig» laufen. Wie gross schätzen Sie das Potenzial von OSS in dieser Hinsicht ein?
Matthias Stürmer: Ein grosser Vorteil von Linux ist, dass es auch auf Desktop-PCs alter Generation läuft, auf denen schon lange kein XP, geschweige denn ein Vista oder Windows 7 mehr laufen würde. Zusätzlich zu den geringen Hardware-Anforderungen ermöglicht die schlanke Softwarestruktur von OSS technologische Entwicklung. So setzen heutige Handys Prozessoren ein, die eine vergleichbare Stärke wie frühere Computer haben. Das bedeutet, dass man sogar auf Kleinsttelefonen mit sehr wenig Stromverbrauch und Rechenleistung ein vollwertiges Linux-Betriebssystem betreiben kann. Nokia hat das früh erkannt und letzten Herbst das erste linuxbasierte Handy N900 herausgegeben. Die geringen Rechenleistungs-Anforderungen von Linux sind auch für Entwicklungsländer von Interesse, die geringere Kapazitäten an Strom und weniger gute Rechenstrukturen aufbringen. Open Source ist somit auch ökologisch nachhaltig, weil Hardware länger und mehrfach verwendet werden kann.
SKR: Wie sehen Sie als Anwender diesen Punkt?
Peter Fischer: Eine Verallgemeinerung in diesem Sinne scheint nicht zuzutreffen. Die Hardwarekosten von Desktop und Laptop sind gemessen an den gesamten IKT-Kosten nur ein kleiner Faktor. Dies trifft sogar auf sehr leistungsfähige PC-Hardware zu. Support, Wartung und Betrieb sind beim professionellen Einsatz von Software die wesentlichen Kostentreiber. Im komplexen IKT-Umfeld der Bundesverwaltung entstehen zudem hohe Kosten für die Sicherstellung der Kompatibilität der ca. 3000 Fachanwendungen untereinander und insbesondere mit der Büroautomation. Das Gesamtsystem muss leistungsfähig und die einzelnen Teile müssen aufeinander abgestimmt sein. Erst in der Gesamtbetrachtung können Ressourcenbedarf und Investitionszyklus sinnvoll bestimmt werden.
SKR: Den neueren Windowsversionen wird oft vorgeworfen, dass sie hohe Systemanforderungen haben. Welche Argumente sprechen dafür? Wie sieht die Strategie für zukünftige Versionen aus?
Thomas Reitze: Windows 7 wurde auf Basis von Kundenbedürfnissen entwickelt. Es ist das schnellste und zuverlässigste Betriebssystem von Microsoft. Auch bei Geräten mit geringer Hardware-Ausstattung wie Netbooks läuft das neuste Betriebssystem ausgezeichnet.
Windows 7 basiert auf den Innovationen, die in Windows Vista eingeführt wurden. Mit dem neuen Betriebssystem bietet Microsoft ein Höchstmaß an Kompatibilität und Investitionssicherheit. Windows 7 wird ohne Einschränkungen auf der gleichen Hardware laufen und ist auch mit allen Anwendungen und Geräten kompatibel, die für Windows Vista optimiert wurden.
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