Freitag 3. September 2010
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Interview Thomas Reitze

Thomas Reitze, Director Public Sector Microsoft Schweiz GmbH

SKR: Was für einen Einfluss hat das Thema digitale Nachhaltigkeit heute und in Zukunft für Ihre Firma?

Thomas Reitze: Wenn in der heutigen ICT-Branche überhaupt etwas verallgemeinert werden kann, dann die Tatsache, dass Änderungen immer schneller passieren. Microsoft setzt zukunftssichere Technologien gezielt ein, zum Beispiel im Bereich Dokumentformate mit der breiten Unterstützung von offenen Standards wie Office Open XML. Somit kann sichergestellt werden, dass mit Microsoft Office erstellte Dokumente auch in Zukunft lesbar sind und weiterbearbeitet werden können. Die Microsoft Plattform bietet langfristige Planungssicherheit durch die klare und weit in die Zukunft bekannte Roadmap unserer Produkte. Seit über 20 Jahren bekennt sich Microsoft klar zum Wissensstandort Schweiz. So werden wichtige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im eigenen Development Center in Zürich geleistet. Weiter besteht im Rahmen des langjährigen Forschungsprogramms «Innovation Cluster for Embedded Software » (ICES) eine enge Zusammenarbeit mit den Eidgenössischen Technischen Hochschulen. Auf der Basis der Technologie von Microsoft bieten über 7‘000 Schweizer Partnerunternehmen eigene Produkte, Softwarelösungen und Services an. Durch diese enge Zusammenarbeit leistet Microsoft einen wichtigen Beitrag zur Schweizer Wirtschaft.

SKR: Open Source Betriebssysteme sind oft viel weniger ressourcenlastig als ihre proprietären Äquivalente, sodass sie auch mit älterer Hardware «flüssig» laufen. Den neueren Windowsversionen wird oft vorgeworfen, dass sie hohe Systemanforderungen haben. Welche Argumente sprechen dafür? Wie sieht die Strategie für zukünftige Versionen aus?

Thomas Reitze: Windows 7 wurde auf Basis von Kundenbedürfnissen entwickelt. Es ist das schnellste und zuverlässigste Betriebssystem von Microsoft. Auch bei Geräten mit geringer Hardware-Ausstattung wie Netbooks läuft das neuste Betriebssystem ausgezeichnet.

Windows 7 basiert auf den Innovationen, die in Windows Vista eingeführt wurden. Mit dem neuen Betriebssystem bietet Microsoft ein Höchstmaß an Kompatibilität und Investitionssicherheit. Windows 7 wird ohne Einschränkungen auf der gleichen Hardware laufen und ist auch mit allen Anwendungen und Geräten kompatibel, die für Windows Vista optimiert wurden.

SKR: Welche Mehrleistungen rechtfertigen aus Ihrer Sicht die höheren Anschaffungskosten bei proprietären Systemen?

Thomas Reitze: Wichtig ist, die Diskussion rund um die Wirtschaftlichkeit von IT nicht nur im Kontext von Lizenzkosten zu diskutieren. Diese machen letztlich nur einen geringen Teil der Gesamtkosten aus (zwischen 3% und 10%). In der Summe sind die Kosten für die laufende Verwaltung und Wartung sowie durch Ausfallzeiten entstehende Kosten für mindestens 50 Prozent einer Gesamt-TCO verantwortlich. Um die Gesamtbetriebskosten nachhaltig zu senken, muss daher die Verwaltbarkeit des Systems durch den Einsatz ausgereifter Verwaltungstools, einheitlicher Prozesse und qualifizierter Mitarbeiter verbessert werden. Microsoft versteht es, diese Ansprüche zu erfüllen: Zahlreiche Untersuchungen und Praxiserfahrungen von Kunden haben ergeben, dass sich die Microsoft Plattform extrem kostengünstig betreiben lässt. In der letzten Zeit wurden viele Untersuchungen gemacht, bei denen neben anderen Faktoren auch die Kosten von proprietären Systemen und Open Source Systemen verglichen wurden. In allen mir bekannten Beispielen (z. B. Kantone Aargau, Neuchâtel und Bern) haben die proprietären Systeme besser abgeschnitten; auch bezüglich der Kosten. Microsoft bietet eine erprobte Plattform von innovativen Technologien die sich weltweit im Unternehmensgebrauch bewährt haben. Der Einsatz von Standardsoftware reduziert den Betriebsaufwand und das Risiko von unvorhergesehenen Inkompatibilitäten und kostspieligen Systembrüchen.

SKR: Wie flexibel ist Windows in Bezug auf spezifische Anpassungen oder Ausbaumöglichkeiten für die speziellen Bedürfnisse öffentlicher Verwaltungen?

Thomas Reitze
: Das Feedback von Kunden und Partner steht für Microsoft stets im Vordergrund. Im Rahmen von Beta-Programmen bietet wir jedem die Möglichkeit Einfluss auf unsere Produkte zu nehmen. Mehr als acht Millionen Menschen haben weltweit beispielweise am Windows 7-Betaprogramm teilgenommen. Die umfassende Unterstützung für sämtliche verbreiteten Protokolle und Standards ermöglicht Partnern und Drittanbieter mit eigenen Lösungen die Microsoft Plattform auf Kundenbedürfnisse jederzeit zu erweitern.

Beispiel: aus der Zusammenarbeit von Microsoft Schweiz und 1eEurope wurde das Barrierefrei-Kit für Microsoft SharePoint Server (BKS) entwickelt. Mit dieser Open Source Erweiterung können Spezialisten auf einfache Weise barrierefreie Webseiten mit SharePoint erstellen, die den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes gerecht werden.

SKR: Viele Anwender haben Bedenken, einen vollständigen Wechsel auf OSS zu vollziehen, weil sie Probleme darin sehen, dass hinter Linux keine Firma steht, die für den Support aufkommt. Wo liegen die Vorteile im Bereich Support bei Microsoft? Welche Arten von technischem Support gibt es speziell für öffentliche Verwaltungen?


Thomas Reitze: Die Microsoft Plattform wird von einem dichten Netzwerk von Partnern und Drittfirmen mit ausgezeichneten Kenntnissen unserer Produkte unterstützt. In der Schweiz bieten knapp 7‘000 Firmen entsprechende Dienstleistungen und Hilfestellungen an.

Das Supportangebot ist breit und auf Kundenbedürfnisse zugeschnitten. Die Eskalationsprozesse sind klar definiert. Kunden wissen jederzeit, wohin sie sich bei Problemen wenden können. Die haben eine eindeutige Sicht auf vorhandene Supportmechanismen und zugesicherte Reaktionszeiten.

SKR: Wie schwierig schätzen Sie die Umstellung von einer älteren Windowsversion auf eine neue wie Windows Vista oder Windows 7 ein? Wie gross schätzen Sie den Schulungsaufwand für eine Verwaltung ein?

Thomas Reitze: Eine Plattformmigration sollte in jedem Fall sorgfältig geplant werden. Für die technische Umsetzung stellt Microsoft den IT-Spezialisten eine Reihe an Hilfsmittel zur Verfügung, welche die einzelne Schritte vereinfachen und automatisieren. Windows 7 besticht durch eine neue, intuitiv zu bedienende Oberfläche, ein aufgeräumtes Design und intelligente Hilfestellungen, wodurch Anwender einfacher und schneller ihre Aufgaben mit dem PC erledigen können.

SKR: Wir danken Ihnen bestens für das Gespräch.


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