Freitag 3. September 2010
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Flexibilität und Ausbaufähigkeit

SKR: Wie flexibel sind Open Source Systeme in Bezug auf spezifische Anpassungen oder Ausbaumöglichkeiten für die Bedürfnisse öffentlicher Verwaltungen?

Matthias Stürmer
: Das Konzept von OSS, eigene Erkenntnisse anderen Nutzern bereitzustellen, antwortet geradezu auf die Bedürfnisse einer öffentlichen Verwaltung. Das aktuellste Beispiel ist die geplante Einführung des eVoting, bei dem jeder der 26 Kantone seine eigene eVoting-Lösung entwickelt. Bereits ist vorgegeben, dass jeder Kanton, der eine eVoting-Lösung mit Fördergeldern des Bundes entwickelt, den Quellcode anderen Kantonen freigeben muss. Das ist wie eine kleine, in sich geschlossene Open Source Community. Es gibt weitere Beispiele einer Entwicklung für gemeine Interessen. So hat der Kanton Bern mehrere Kantone in die Entwicklung seiner Gemeinderegister-Lösung GERES involviert und der Kanton Zug sein Intranet veröffentlicht. Das Prinzip von Open Source Communities scheint auch für öffentliche Verwaltungen erfolgreich zu funktionieren. Ich würde es allen Gemeinden empfehlen.

SKR: Wie flexibel sind die Systeme, die sie benutzen in Bezug auf spezifische Anpassungen oder Ausbaumöglichkeiten für die speziellen Bedürfnisse öffentlicher Verwaltungen?

Peter Fischer: Wir müssen unterscheiden zwischen Fachanwendungen und Standardanwendungen. Im ersten Bereich muss die Anwendung eng auf die spezifischen Geschäftsbedürfnisse abgestimmt und angepasst sein. Bei Standardanwendungen sind die Anforderungen der Verwaltung hoch, wenn auch zumeist nicht höher als diejenigen anderer Grossunternehmungen. Die notwendige Flexibilität wird mit den Lieferanten, seien es interne oder externe, offener oder proprietärer Software, vereinbart. Wir sind zufrieden mit der Flexibilität der bei uns eingesetzten Systemen. Flexibiliät und Interoperabilität werden dennoch laufend verbessert.

SKR: Wie flexibel ist Windows in Bezug auf spezifische Anpassungen oder Ausbaumöglichkeiten für die speziellen Bedürfnisse öffentlicher Verwaltungen?

Thomas Reitze: Das Feedback von Kunden und Partner steht für Microsoft stets im Vordergrund. Im Rahmen von Beta-Programmen bietet wir jedem die Möglichkeit Einfluss auf unsere Produkte zu nehmen. Mehr als acht Millionen Menschen haben weltweit beispielweise am Windows 7-Betaprogramm teilgenommen. Die umfassende Unterstützung für sämtliche verbreiteten Protokolle und Standards ermöglicht Partnern und Drittanbieter mit eigenen Lösungen die Microsoft Plattform auf Kundenbedürfnisse jederzeit zu erweitern.

Beispiel: aus der Zusammenarbeit von Microsoft Schweiz und 1eEurope wurde das Barrierefrei-Kit für Microsoft SharePoint Server (BKS) entwickelt. Mit dieser Open Source Erweiterung können Spezialisten auf einfache Weise barrierefreie Webseiten mit SharePoint erstellen, die den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes gerecht werden.


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