Freitag 3. September 2010
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«Beide Modelle haben ihre Berechtigung und sollen gleiche Chancen haben»

Interviews von Silvie Hauser

Der Begriff Nachhaltigkeit prägt die Debatten in fast allen öffentlichen Bereichen. So auch im Bereich IT. Wurde Open Source noch vor wenigen Jahren als Lösung für Freaks belächelt, so ist daraus in den letzten Jahren eine ernstzunehmende Alternative zu proprietärer Software geworden. Im Gespräch mit Matthias Stürmer (/ch/open), Peter Fischer (Delegierter für die Informatikstrategie des Bundes) und Thomas Reitze (Director Public Sector Microsoft Schweiz GmbH) erörtert die SKR die Vor- und Nachteile von Open Source Software (OSS) und proprietärer Software.


Inhaltsverzeichnis:

Digitale Nachhaltigkeit
Ressourcen
Kosten
Flexibilität und Ausbaufähigkeit
Support
Mitarbeiterschulung
Nachgefragt
Antworten Matthias Stürmer
Antworten Peter Fischer
Antworten Thomas Reitze

Digitale Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit ist ein populärer Begriff, der bereits in der ökologischen Bewegung des frühen 18. Jahrhunderts geprägt wurde. Eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen bedeutet, diese immer nur so stark zu beanspruchen, dass sie langfristig regenerierbar bleiben. Dieser Aspekt fällt bei der digitalen Nachhaltigkeit weg, da Software nicht konsumiert werden kann. Der Anspruch an die Erhaltung von Wahlfreiheit und Verhandlungsspielraum bleibt aber bestehen. Software ist dann nachhaltig, wenn sie dem Anwender grösstmöglichen Freiraum lässt bezüglich der Wahl des Anbieters, der Hard- und Software.

Von Open Source Software – auch Freie Software genannt – wissen viele nur, dass dies Gratis-Programme sind, die über das Internet heruntergeladen werden können. Dies ist zwar richtig, entscheidend an Open Source Software als quelloffene, nicht her stellergebundene Software sind jedoch die folgenden lizenzrechtlichen Eigenschaften:

• Die Software (das heisst der Quelltext) liegt in einer für den Menschen lesbaren und verständlichen Form vor: In der Regel handelt es sich bei dieser Form um die Quelltexte in einer höheren Programmiersprache. Vor dem eigentlichen Programm(ab)- lauf ist es normalerweise notwendig, diesen Text durch einen so ge nannten Compiler in eine binäre Form zu bringen, damit das Computerprogramm vom Rechner ausgeführt werden kann. Bi närprogramme sind für den Menschen im semantischen Sinne praktisch nicht lesbar.

• Die Software darf beliebig kopiert, verbrei tet und genutzt werden: Für Open-Source-Software gibt es keine Nutzungsbeschrän kungen. Weder bezüglich der Anzahl der Benutzer, noch bezüglich der Anzahl der Installationen. Mit der Vervielfältigung und der Verbreitung von Open-Source-Software sind auch keine Zahlungsver pflichtungen gegen einen Lizenzgeber verbunden.

• Die Software darf verändert und in der veränderten Form weitergegeben wer den: Durch den offengelegten Quelltext ist Verändern ohne weiteren Aufwand für jeden möglich. Weitergabe der Software soll ohne Lizenzgebühren möglich sein. Open- Source-Software ist auf die aktive Beteiligung der Anwender an der Entwick lung geradezu angewiesen. So bietet sich Open- Source-Software zum Lernen, Mitmachen und Verbessern an.

(Quelle: Wikipedia)

 

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