Road Pricing - Statement Christian Levrat
Pilotversuche als Chance nutzen
Unsere Gesellschaft ist von zunehmender Mobilität der Personen und Güter geprägt. Das Schweizer Strassennetz ist – besonders um die Agglomerationen – bereits ausgelastet, der Bund geht aber bis 2030 von einer Zunahme der Fahrzeugkilometer um 25 Prozent aus, sowohl beim Personen- als auch dem Güterverkehr. Es liegt auf der Hand, dass der Verkehr im städtischen Raum
entlastet werden muss, damit unsere Städte sich nicht in eine lärmende, verschmutzte, gefährliche Hölle verwandeln, in der auch noch der Verkehr zusammenbricht.
Im Hinblick auf diese Herausforderung ist Road Pricing ein Vorschlag, der es wert ist, geprüft zu werden. Nach den Erfahrungen in Städten wie London oder Stockholm scheint es ein wirksames Mittel zu sein, um den Verkehr zu regulieren und Staus zu verhindern, um die Benützung des öffentlichen
Verkehrs und die sanfte Mobilität zu fördern, um die Lebensqualität in den Städten zu verbessern und nebenher einen Teil des öffentlichen Verkehrs zu finanzieren.
Euphorie ist aber nicht angesagt: Road Pricing kann eine soziale Ungerechtigkeit einführen, wenn es lediglich ein finanzielles Hindernis darstellt. Es ist deshalb wichtig, den Agglomerationen, die das wünschen, Pilotversuche zu ermöglichen, um die Vor- und Nachteile des Systems, auch auf sozialer Ebene, im Massstab eins zu eins analysieren zu können.


