Gemeinde-Homepages - der Sprung zur Professionalität ist sehr einfach geworden
von Diana Messerschmid
Klickt man sich heutzutage durch den Dschungel der schweizerischen Gemeinde-Homepages, fällt einem vor allem eines auf: die Unterschiedlichkeit in der Struktur und im Aufbau der verschiedenen Auftritte ist schier grenzenlos. Ein Umstand der von Gesetzes wegen, aber auch für die Bürger und Unternehmer geändert werden muss. eGovernment beginnt bei der Gemeinde und muss vereinheitlicht werden.
Das Abbild der hierarchischen Organisationsstrukturen auf der Homepage erschwert die Nutzung für den Bürger
Die Wege, um eine bestimmte Information auf den willkürlich gestalteten Homepages (auch Portale genannt) zu finden, sind sehr unterschiedlich, weil die Homepages oft nach internen, hierarchischen Organisationsstrukturen aufgebaut sind. Dies erschwert dem Benutzer die vollumfängliche und einfache Nutzung der Homepage seiner Gemeinde.
Aber nicht nur in der Struktur und im Aufbau unterscheiden sich die Homepages massgebend, auch in der Benutzerführung und im Design gibt es himmelweite Unterschiede. Während einige Homepages auf den ersten Blick einen ganz ansprechenden Eindruck hinterlassen, wirken die anderen im Vergleich amateurhaft, bieder oder gar zusammengebastelt. Meist sind es die kleineren Gemeinden, die bei diesem Vergleich tendenziell schlechter abschneiden, was logischerweise auch an den kaum vorhandenen Mitteln liegt.
Eine grundlegende Anforderung, welche meist gänzlich fehlt ist die Barrierefreiheit
Eine Anforderung, die gemäss dem Behindertengleichstellungsgesetz als Standard gilt, ist die Barrierefreiheit. Diese ist unabhängig von der Gemeindegrösse, meist nicht gegeben. Aber auch die Begrifflichkeit oder generell die Benutzerführung der Gemeinde-Homepages ist nicht für die Bürger gemacht. Zertifizierte, behindertengerechte Homepages entstehen erst langsam, obwohl das Gesetz wie folgt in Kraft getreten ist: Seit dem 1.1.2004 gilt das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) und die Behindertengleichstellungsverordnung (BehiV). Im Rahmen einer Übergangsfrist bestimmt dieses Gesetz: «Internetangebote des Staates (Bund, Kantone, Gemeinden) müssen für Behinderte ohne erschwerende Bedingungen zugänglich sein.»
Unter Barrierefreiheit versteht man eine behindertenfreundliche Darstellung der Informationen unter anderem durch Einhaltung der W3C-Standards (World Wide Web Consortium) bei der Umsetzung einer Homepage. Zur barrierefreien Erstellung einer Website muss auf einiges verzichtet werden (HTML-Tabellen für das Layout, Flash, Frames, Iframes etc.) Der Inhalt muss mit standardkonformen Quellcodes so erstellt werden, dass er ohne Probleme und ohne notwendige Zusatz-Programme jederzeit für alle und unter allen gegebenen Möglichkeiten zugänglich ist. Die Barrierefreiheit ist ein wichtiger, zukunftsweisender Beitrag für eGovernment. Aber auch die Benutzerführung für alle anderen Anwender ist von zentraler Bedeutung, was zu weiteren Standards von eCH wie z. B. dem Themenkatalog geführt hat.
PloneGov-Portal als Spitze des Eisberges
All diese Bedingungen erfüllt das PloneGov-Portal, welches in einer Zusammenarbeit zwischen dem Verein PloneGov.ch, verschiedenen Gemeinden und Kantonen sowie den Firmen Metaversum AG und 4teamwork GmbH realisiert wurde. Das komplette Portal ist nach eCH-Standard aufgebaut, barrierefrei und ausbaufähig für Extranet und Intranet-Anwendungen. Das PloneGov-Portal Gemeinde funktioniert gegen aussen wie ein eleganter Kompass oder ein modernes Navigationsgerät. Der Benutzer erhält eine konzentrierte, einfache Darstellung der komplexen Verwaltungs-Organisation und Abläufe strukturiert nach seinen Bedürfnissen, wie z.B. «Zuzug» oder «Wegzug». Die wahre Intelligenz dieser Lösung liegt, wie bei einem Eisberg, verborgen. Die «Tiefenwirkung» des PloneGov-Portal Gemeinde liegt in seiner vernetzten Struktur, Objektorientierung und Integrationsfähigkeit. Mit den nahtlos ineinander greifenden Ausbaustufen kann jede Verwaltung, ob Kanton oder Gemeinde, ein umfassendes eGovernment-Portal erstellen. Dazu gehört beispielsweise ein passwortgeschütztes Extranet in dem Dokumente sicher abgelegt und verwaltet werden können. Das integrierte Sitzungsmodul ermöglicht die Planung (auch mit externen Teilnehmern) und Durchführung von Sitzungen mit Traktanden auf einer einzigen Plattform. Mit dem sehr modernen Intranet kann basierend auf dem Themenkatalog ein Wissensmanagement aufgebaut werden, das den Verwaltungsmitarbeitenden erlaubt, auf Fragen umgehend die richtigen Antworten zu geben, dank strukturierter und einfach auffindbarer Information. Ebenso schnell kann aber auch die Person identifiziert und gefunden werden, welche projekt- oder problemspezifisch weiterhelfen kann. Der persönliche elektronische Arbeitsplatz (PEA) im Intranet mit seinem individuell konfigurierbaren Dashboard macht das Intranet zum Mitarbeiter-Portal für die Verwaltung. Dank der Durchgängigkeit kann jegliche Information korrekt und dezidiert verfügbar gemacht werden, ohne diese mehrfach speichern zu müssen.
Dezentrale Verwaltung
Zahlreiche Auszeichnungen und die Kooperation mit eCH und SECO zeugen von der Leistungsfähigkeit und Zukunftssicherheit dieser Lösung. Das PloneGov-Portal basiert auf dem Opensource System Plone, ein weltweit eingesetztes und mehrfach ausgezeichnetes Content Management System (CMS). Der komplette Inhalt liegt in einer Datenbank und kann von den berechtigten Editoren dezentral bearbeitet werden. Bei diesen Bearbeitungen ist man sowohl orts-, als auch programmunabhängig. Es wird praktisch Navigation, wird automatisch angepasst. Das Editorenwerkzeug ist aufs Minimum reduziert, was die Anwendung so sehr vereinfacht, dass mit dieser Lösung auch Mitarbeitende mit wenig Office- oder PCKenntnissen diese Änderungen vornehmen können. Der Editor ist selbsterklärend, analog eines E-Mail Editors. Mehr als Textverarbeitungskenntnisse sind für diese Vorgänge nicht nötig.
Das 4-Augen-Prinzip
Für die Erstschulung werden ungefähr zwei bis drei Stunden benötigt. Mit diesem Editor werden Gemeinden und Kantone befähigt, Inhalte dezentral und rund um die Uhr zu erfassen und zu aktualisieren. Aktuelle Meldungen können vorbereitet und für die Freischaltung terminiert werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Seiten ist der Zeitaufwand für die Wartung von Inhalten minimal. Mit dem Publikations-Workflow können die Berechtigungen für die Freischaltung so vergeben werden, dass keine Änderung veröffentlicht wird ohne von der hauptverantwortlichen Person abgesegnet zu werden. Somit wird sichergestellt, dass nur durch die im Voraus definierten Personen freigegebenen Inhalte auch tatsächlich an die Öffentlichkeit gelangen. Man spricht im Fachjargon vom 4-Augen-Prinzip.
Vieles ist automatisch
Durch die optimierten Informationsobjekte werden z.B. bei der Organisationseinheit Adresse, Öffnungszeiten, Kontaktformulare, Fotos und Lageplan automatisch und fehlerlos generiert, korrekt zugeordnet sowie einheitlich dargestellt. Alle Situationspläne werden aufgrund der Adressdaten von Google Maps automatisch erstellt. Somit entfallen herkömmliche Situationspläne, welche individuell und mit den entsprechenden Kosten von Grafikern erstellt werden mussten.
Ein intelligenter und durchgängiger Wegweiser
Dank des modularen Aufbaus der modernen, offenen Struktur und einer medienbruchfreien Informationsvermittlung ist diese Lösung für vor allem für mittlere und grosse Gemeinden und gar für kantonale Verwaltungen geeignet. Ein integrierter Themenkatalog strukturiert das Angebot in diesem Portal entsprechend der Bedürfnislage des Bürgers oder des Unternehmers und bietet so einen intelligenten und durchgängigen Wegweiser zu den nachgefragten Leistungen. Zahlreiche Module wie der Veranstaltungs- oder der Abfallkalender, die Geo-Integration oder ein eShop machen das Portal komplett und das in einem äusserst attraktiven Design zu geringen Kosten.
«Swiss made software»
Der Kanton Zug steht mit seiner neuen, auf dem PloneGov Portal basierenden Website, auf Platz 2 der Computerworld-Rangliste 2009, gehört zu den Top200 Websites aller Branchen in der Schweiz und trägt das höchste «Barrierefrei-Gütesiegel» AA+. Damit ist der kantonalen Verwaltung in Zug ein grosser Sprung aus den hintersten Rängen gelungen. Im Kanton Basel-Stadt entstand ein vorkonfektioniertes Portal für die Schulen, das buchstäblich «Schule machte»(eduBS). Dank des hohen Standardisierungsgrades und des damit verbundenen geringen Pflegeaufwandes stellt dieses auch für Schul-Administrationen über die Kantonsgrenzen hinaus eine attraktive, überaus kostengünstige Lösung dar. Dabei geht der individuelle Gestaltungsspielraum nicht verloren.
Ausgestattet mit dem Label «swissmade software» stehen die Metaversum AG in Zürich und die 4teamwork GmbH in Bern, welche das PloneGovPortal Gemeinde konzipiert und entwickelt haben, für Schweizer Werte in der Software-Entwicklung. Schon im Jahre 2008 erreichte das PloneGov-Portal Gemeinde hohe Anerkennung im In- und Ausland für das innovative Konzept und die umfassende Service-Vielfalt. Mit der Auszeichnung «Top200 Websites 2009» (Antrazith) der Deklaration «Barrierefreiheit AA+» (access4all) und vor allem der sehr guten Beurteilung durch die Gemeinden und Kantone die PloneGov anwenden, konnte bestätigt werden, dass ein komplexes Verwaltungs-Portal nicht kompliziert sein muss.
Der Verein PloneGov
«Einmal entwickeln – vielfach anwenden» – dies ist das in der neuen E-Government-Strategie Schweiz postulierte Prinzip. Der Verein PloneGov, gegründet 2007, macht Ernst damit. Das Schwergewicht des Vereins liegt nicht auf der Verbreitung einer bestimmten Software, sondern auf dem Zustandekommen von Lösungen, die für sämtliche Partner erschwinglich sind und gemeinsam laufend weiterentwickelt werden können. Die Stärken von PloneGov liegen in den 4C’s: Content, Collaboration, Community & Culture.
PloneGov-Portal
PloneGov-Portal Gemeinde ist ideal für den Betrieb im Verbund (z.B. im Rechenzentrum). Dank der Mandantenfähigkeit und der objektorientierten Technologie kann es ganz einfach als Software-as-a-Service (SaaS) oder auch im ASP betrieben und genutzt werden. Damit können massiv Kosten gespart, die Gemeinden untereinander vernetzt und der Support vereinfacht werden. Metaversum setzt vor allem bei der Schulung, dem Support und künftig auch bei der «Bürger-Beratung» und -Hilfe auf unblu (online Business Support). Lesen Sie mehr darüber auf der Seite "Persönliche Online-Unterstützung" in dieser Ausgabe.
Weitere Informationen: http://www.plonegov.ch/loesungsportfolio/plonegov-portal
SWISS MADE Software
«swiss made software» ist das neue Qualitäts-Label der Schweizer Software-Branche. Auch internationale Software Konzerne wie Google, IBM oder Microsoft haben die Schweizer Werte – Qualität, Zuverlässigkeit und Präzision – in der Software-Entwicklung entdeckt und haben mittlerweile wichtige Forschungsund Entwicklungs-Zentren in der Schweiz aufgebaut. Wenn Sie die Schweizer Werte und lokale «Fertigung» in Software schätzen, die zudem innovativ, offen und flexibel ist, dann finden Sie unter diesem Label Ihren Partner.
Metaversum AG
Zypressenstrasse 71
CH-8040 Zürich
Tel. 044 247 70 25
www.metaversum.ch
4teamwork GmbH
Engehaldenstrasse 53
CH-3012 Bern
Tel. 031 305 90 24
www.4teamwork.ch


